Fransiska
 
 

 

Die Franziska Wurfaxt der Franken

Die Franziska

Zur Geschichte:

Die gefürchtete, fränkische "Franziska"  wurde aus einer Entfernung von

etwa 10 - 12 m gegen die feindlichen Reihen geschleudert,

um so Lücken in diese zu reißen. Anschließend stürmten die Kämpfer mit

Lanzen auf die Feinde ein.

Die Franziska war eine Hauptwaffe der Franken. In frühmerowingerzeitlichen Gräbern wurde neben dem Scramasax fast ausnahmslos diese Waffe gefunden. Bei historischen Funden betrug die Länge des Axtkopfes zwischen 13 und 20 cm. Auffallend ist, daß dieser S-förmig geschwungen war. Die Länge des Stiels lag wahrscheinlich zwischen 50 und 75  cm.  [Dieses  ließ  sich bei historischen Funden aus  den Lagen der Axtköpfe bestimmen]. 

In der Zeit von Clodwig, dem König der Franken, wird die Franziska auch literarisch erwähnt. Damals herrschten raue Sitten!

So  notierte  der   französische Geschichtsschreiber Gregor von Tours über Clodwig, daß dieser im März jeden Jahres alle Waffen auf eine sachgemäße Pflege inspizierte und befahl, die Kriegsbeute, die nach einer erfolgreichen Schlacht anfiel, an einen bestimmten Ort zu bringen  und dann zu verteilen.

Da er mit Remigius, dem Bischof von Reims, befreundet war, befahl er, diese Stadt nicht zu plündern. Einer seiner Bündnispartner hielt sich nicht an Clodwigs Befehl und überfiel Stadt und Kirchen. Remigius trat an Clodwig mit der Bitte um Rückgabe einer Vase, die dem Bischof besonders gefiel. So wollte Clodwig bei der Beuteverteilung am Stadtrand von Soissons die Vase für sich. 

Alle waren dazu bereit außer einem Krieger, der dazu  meinte, daß Clodwig nur das bekommen solle, was er durch das Los bekäme und zertrümmerte die Vase mit seiner Franziska. Bei der jährlichen nächsten Waffeninspektion fand Clodwig  den Krieger, nahm dessen Axt und warf sie zu  Boden, weil sie seiner Meinung nach nicht genügend gepflegt war. Dieser versuchte dann, die Franziska aufzuheben. In dem Moment nahm Clodwig  seine eigene Axt und zertrümmerte dem Soldaten den Schädel mit den Worten, daß er an die Vase von Soissons denken solle. 

Wurfäxte kamen als Waffen vom 2. Jahrhundert bis ins hohe Mittelalter vor. Die Franziska selbst wurde von den Franken vom 4.  bis  9. Jahrhundert benutzt. Sie ist vor allem in den ehemaligen fränkischen Gebieten, aber auch in England gefunden  worden. Hierher gelangte sie durch fränkische Krieger, die im sächsischen Sold standen. Dort wurde sie aber bald durch den Scramasax abgelöst. 

Wahrscheinlich diente die Franziska auch für andere Waffen als Vorbild. So wurde bei den Wikingern im 8. Jahrhundert eine Bartaxt (englisch skeggox genannt) eingeführt, die in Form und Funktion der Franziska glich.

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